Paulchen stammt ebenfalls aus dem Tierheim. Nur leider hat seine Birgit-Dosi eine Allergie auf ihn bekommen. Naja, nicht speziell auf ihn, aber eben gegen unsere Spezies. Meine Dosi hat Paulchen damals mit ausgesucht und kannte ihn somit schon. Als er dann zwangsweise wieder auf Wohnungssuche war, hat sie sich erbarmt. Ich kann Euch sagen, das war ein Hallo als er gebracht wurde. Ich war zu der Zeit ja schon ein Halbstarker und er noch ein Baby und ich war natürlich der Meinung ihm um einige Pfotenlängen voraus zu sein. Aber Pauli zeigte überhaupt keine Schüchternheit und war sofort hier zu Hause. Nino beäugte die Situation ziemlich skeptisch und ging erst mal  von dannen. Ich dagegen lieferte mir gleich die ersten Kämpfe mit unserem neuen Familienmitglied. Musste ihm ja gleich mal zeigen, wo hier der Hammer hängt.

Tja, und so ist das heute noch. Ich habe Pauli ziemlich gut unter meiner Kralle. Ein Blick genügt und schon spurt er. So soll das ja auch sein. Nicht dass jetzt der Eindruck entsteht, ich wäre ein Unterdrücker. Aber irgendwie stimmt die Chemie zwischen uns beiden nicht so ganz. Was ja auch nichts ungewöhnliches ist, geht einem eben mal so. Wir gehen uns möglichst aus dem Weg. Zum Glück verteilen Dosi-Mami und Dosi-Papi ihre Zuneigung zu uns gleichmäßig auf, so dass wir wenigstens nicht eifersüchtig aufeinander sind. Ich vertrete da die Einstellung "leben und leben lassen". Wenn Pauli allerdings versucht, es sich in meinem Körbchen an der Heizung bequem zu machen, werfe ich alle Lebenseinstellungen über Bord und jage ihn davon. Irgendwann sind meine Grenzen erreicht.

Text by Pinsel