Charly ist eigentlich der Einzige, der bewusst ausgesucht wurde. Was heißt ausgesucht, er war eben der Einzige, den Mami damals erwischt hat. Und das war so. Bisher waren wir ja zu dritt. Nino, Pauli und meine Wenigkeit. Nino war eines schönen Tages auf Wanderschaft gegangen und war schon 1 Woche überfällig. Die Dosi hat sich ohne Ende Sorgen gemacht und ist ständig draußen rumgetigert und hat nach ihm gerufen. Aber er war verschwunden. Dosi-Papi konnte das nicht mehr mit ansehen und meinte, dass sie sich doch einen kleinen Quäker vom Bauernhof holen soll, damit sie abgelenkt ist. Als ob Pauli und ich nicht genügt hätten. Ja gut, wir waren eben keine Baby´s mehr und so kleine Scheißerchen brauchen eben mehr Zuwendung als wir. Gesagt getan. Mami ging schnurstracks nach drüben (ich beobachtete das Geschehen in gebührendem Abstand), um sich die Kleinen anzusehen.

Ich fand das alles sehr amüsant, weil sich kein kleiner Tiger fangen lassen wollte. Aber irgendwann hat sie es geschafft und trug voll Stolz einen Mini zu uns nach Hause. Dieser Mini war erst sehr ängstlich und versteckte sich überall wo er reinpasste. Und das waren, gemessen an seiner Größe, sehr viele Orte. Wir ließen ihn erstmal in Ruhe und ich nahm mir vor, am späteren Abend ein paar Worte mit ihm zu wechseln, sozusagen eine Einführung zu machen. Und dann kam das beste überhaupt. Charly, wie er dann genannt wurde, war kaum 1 Stunde hier, als Nino vor der Tür stand. Ich hab echt gedacht, ich seh nicht recht. Mami stürmte zur Tür und Nino wurde unter Tränen (hä?, ich dachte immer die Zweibeiner weinen nur wenn sie traurig sind) begrüßt. Ich dachte mir nur, ob sie den Charly jetzt wieder zurück bringt? Aber die Dosi hätte das nie über´s Herz bekommen und somit waren wir dann zu viert. Mamilein musste es nur dem Papi schonend beibringen, aber er hat das ganz locker aufgenommen. Schließlich kennt er sie ja.

Text by Pinsel